Touch deeper

10. Dezember 2016 – 05. März 2017

BLESS
Oliver-Selim Boualam
Maarten Baas
Dunne & Raby
Mark Formanek
Kunstflug
Makkink & Bey
Keiichi Matsuda
Julien Prévieux
Philipp Scholz
Thomas Thwaites
Unknown Fields Division

<p>Anthony Dunne & Fiona Raby, <em>Technological Dream Series No. 1, Robots</em></p>

Anthony Dunne & Fiona Raby, Technological Dream Series No. 1, Robots

Auf vielfältige Weise dringen digitale Technologien in unseren Alltag – sei es als PC oder Telefon, Wearable Computer am Handgelenk, vernetzte Wohnung, selbstfahrendes Auto oder robotischer Gefährte. Mit dem Versprechen eines komfortablen und optimierten Lebens docken zahlreiche smarte Objekte an unsere Körper und Lebensräume an. Was sind das für Dinge (oder Wesen?), die Einzug in unser Zuhause halten? Wie ändern sich die Objekte, mit denen wir uns umgeben, und wie verändern sie uns?

„Touch deeper“ geht diesen Fragen mit Werken von Designern und Künstlern nach, die nicht allein neue technische Möglichkeiten, sondern ganz analoge Bedürfnisse in einer sich wandelnden Lebensumgebung beleuchten. Sie schaffen alternative Perspektiven auf die vielbeschworene Effizienz und Intelligenz der Dinge und untersuchen, wie wir mit der wachsenden Zahl an digitalen Hilfsmitteln leben wollen. Es werden Ausblicke in eine nahe Zukunft formuliert, in der alles um uns herum, und wir selbst, zur Schnittstelle einer digital erweiterten Realität werden. Dabei wird deutlich, dass das Wirkungsfeld des Designs über die funktionale und formale Ausgestaltung von vermarktbaren Produkten hinausreicht. Wie von Dunne & Raby im Buch „Design Noir“ beschrieben, zeigt sich, dass Design in der Auseinandersetzung und Reibung mit Szenarien gegenwärtiger und zukünftiger Lebenswelten ein „kompliziertes Vergnügen“ bereiten kann. Ihr „Faraday Chair“ wirft Fragen auf, anstatt bequeme Lösungen anzubieten. Keiichi Matsudas „Hyper-Reality“ lässt uns euphorisch in eine von Informationen und Eindrücken gesättigte Welt eintauchen – nicht ohne uns daraus mit dem Verlangen zurückkehren zu lassen, an einigen Stellschrauben dieser Entwicklung drehen zu können.

Inmitten überwältigender technologischer Innovationen, versucht „Touch deeper“ auch auf jene Aspekte zu blicken, die in den Versprechen des oft zum Selbstzweck gewordenen Fortschritts wenig Beachtung finden. Auf ganz unterschiedliche Weise machen Unknown Fields Division, Thomas Thwaites oder Julien Prévieux sichtbar, welche tiefgreifenden sozialen, ökologischen und ökonomischen Auswirkungen allgegenwärtige elektronische Geräte schon heute haben.

Mit prototypischen Entwürfen eröffnen sich neue Perspektiven auf eine digital bereicherte Zukunft, in der das Zusammenspiel von technischen Möglichkeiten und menschlichen Bedürfnissen neu kalibriert wird. Eine besondere Gelegenheit im Rahmen der Ausstellung bietet eine Installation von BLESS, die einen Teil der Lothringer13 Halle in einen experimentellen, für alle Besucher nutzbaren Arbeitsort verwandelt. Mit unerwarteten Möglichkeiten lädt „Worker´s Delight“ ein, sich im digitalen Zeitalter selbst zu spüren und dem nachzugehen, wonach der vor dem Schreibtisch arretierte Körper und mit Echtzeit-Informationen bombardierte Geist verlangen. Breathe deeper…

Kuratiert von Tanja Seiner

Realisiert mit freundlicher Unterstützung von Panasonic und STABER Ingenieurbüro

 

<p>Keiichi Matsuda, <em>Hyper-Reality</em> (video still), 2016</p>

Keiichi Matsuda, Hyper-Reality (video still), 2016

<p>Julien Previeux, What shall we do next? (Sequence #2)</p>

Julien Previeux, What shall we do next? (Sequence #2)

<p>Thomas Thwaites <em>Toaster Project</em>, Dunne & Rabys <em>Faraday Chair</em>, <em>Worker´s Delight </em>von BLESS im Hintergrund</p>

Thomas Thwaites Toaster Project, Dunne & Rabys Faraday Chair, Worker´s Delight von BLESS im Hintergrund

<p>BLESS, <em>Workoutcomputer</em></p>

BLESS, Workoutcomputer

<p>BLESS, <em>Worker´s Delight (Neckrestdesk)</em></p>

BLESS, Worker´s Delight (Neckrestdesk)

Ein Audioguide mit Karianne Fogelberg, 18 Minuten.