Vis-à-Vis \ FOTODOKS 2019

16. Oktober – 24. November 2019

Carolina Arantes (F/BR) / Mathieu Asselin (F) / Daniel Chatard (D) / Lisa Domin (D) / David Fathi (F) / Samuel Gratacap (F) / Sonja Hamad (D) / Stephanie Kiwitt (D) / Markus Krottendorfer (A) / Nicola Lo Calzo (F/IT) / Paula Markert (D) / Laurence Rasti (CH) / Gilles Raynaldy (F) / Rebecca Sampson (D) / Yana Wernicke (D)

<p>© Carolina Arantes, „First Generation“</p>

© Carolina Arantes, „First Generation“

Gastland: Frankreich

Die Ausstellung Vis-à-vis wird am 16. Oktober 2019 um 19 Uhr eröffnet.

Festival: 16. – 20. Oktober

Ausstellung bis 24. November

Wie in den vergangenen Jahren, regen auch die diesjährigen FOTODOKS Festivaltage mit Podiumsdiskussionen, Künstlergesprächen und Filmen zum Diskurs und zur Diskussion über den Stand aktueller Dokumentarfotografie an.

Nachdem FOTODOKS 2017 mit dem Gastland USA einen außereuropäischen Fokus hatte, konzentriert sich die siebte Münchner Ausgabe des FOTODOKS Festivals auf einen naheliegenden Nachbarn: 2019 blickt das Festival auf Frankreich und öffnet mit dem Thema Vis-à-Vis den Dialog mit der traditionsreichsten und vielfältigsten Kultur der dokumentarischen Fotografie.

Frankreich ist Deutschlands engster und wichtigster Partner in Europa. Mit kaum einem anderen Land gibt es in den Bereichen Kultur und Medien eine so enge Zusammenarbeit und vergleichbar lebendigen Austausch. Diese Verbundenheit in Kombination mit dennoch unterschiedlichen Prägungen im Umgang mit gesellschaftspolitischen Situationen verspricht für Festival und Ausstellung eine spannende Begegnung.

Vis-à-vis beschreibt als Thema eine vermeintlich einfache und doch so komplexe Situation der Begegnung. Dies kann als Chance oder als Bürde wahrgenommen werden, kann starre oder veränderbare Positionen beschreiben und vielleicht auch als Anregung verstanden werden, sich seinem Gegenüber offen und verantwortungsvoll zu widmen.

„There is no such thing as a single-issue struggle, because we do not live single-issue lives“ schreibt die US-amerikanische Schriftstellerin und Aktivistin Audre Lorde und skizziert damit den gedanklichen Rahmen der diesjährigen Festivalausgabe.

Das Kurator*innenteam präsentiert eine beispielhafte und konzentrierte Auswahl von fotografischen Positionen, die ökonomische, soziale wie gesellschaftspolitische Machtverhältnisse beleuchten und vermeintliche „Wahrheiten“ in Frage stellen. Die Arbeiten der 15 eingeladenen Fotograf*innen aus Frankreich und der D-A-CH Region, erforschen Machenschaften von Großkonzernen, verfolgen Spuren, die postkoloniale, imperialistische und kapitalistische Strukturen zeichnen – sie erzählen von Politik und Tradition, von gesellschaftlichen Werten und Geschlechterzuordnungen. Die zeitgenössische dokumentarische Autorenfotografie macht – ihrer Tradition folgend – die Vielfalt im Denken und Handeln sowie individuelle Strategien der Selbstermächtigung sichtbar – in und weit über Europa hinaus. Die Arbeiten irritieren unsere Sehgewohnheiten und hinterfragen, ob und wie man die Dinge nicht auch ganz anders wahrnehmen und verstehen könnte.