PART TIME COMMITMENT Arbeitskreis #3: Begriffssammlung
24.6.2023

format

talk

dates

24.06.23, 7 pm, Lesung aus dem Glossar A R B E I T & Gespräch
mit Gürsoy Doğtaş, Miriam Gutekunst (F*AMLab), Michael Hirsch, moderiert von Lisa Britzger

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Ausgehend von den Themen und Konzepten der künstlerischen Arbeiten in der Ausstellung WHAT DOES WORK MEAN IT ATHE END OF THE DAY? hat der Autor, Philosoph und Politikwissenschaftler Michael Hirsch zur Eröffnung ein Glossar mit Begriffen erstellt von „8 Stunden-Tag“ bis „Zweite Schicht“. Zum Abschluss stellen wir das Glossar in erweiterter Form vor. Die drei Wissenschaftlerinnen Alex Rau, Isabel Klein und Miriam Gutekunst (F*AMLab) haben Einträge aus geschlechtertheoretischer Perspektive verfasst und Kunsthistoriker und Kurator Gürsoy Doğtaş ergänzt Begriffe der Arbeitsmigration aus seinem biographischen Kontext. Die Beiträge stehen ab dem 22. Juni hier online zur Verfügung. Während des Gesprächs möchten wir einzelne Einträge gemeinsam lesen und uns darüber austauschen, welche begrifflichen Konzepte unser Sprechen über Arbeit prägen, welche Realitäten sich in die Sprache einschreiben und welche unerwähnt / ohne Begriff bleiben. 

Das Gespräch findet auf Deutsch statt. Eintritt frei. Ohne Anmeldung.

Gürsoy Doğtaş,
Kunsthistoriker, arbeitet para-kuratorisch an den Schnittpunkten von Institutionskritik, strukturellem Rassismus und Queerstudies. Neben vielen Ausstellungen verantwortete er „Gurbette Kalmak / Bleiben in der Fremde“ (2023) im Taxispalais Innsbruck, „The kültüř gemma! issue“ des Parabol Art Magazines (2021) und ko-kuratierte das Symposium „Das Recht auf Erinnern und die Realität der Städte in Nürnberg (2021).“ Seit 2020 forscht er an der Universität für angewandte Kunst in Wien. 2022/23 lehrte er als Gastprofessor am Institut für Kunst in Kontext an der Universität der Künste Berlin.

F*AMLab ist ein Labor für feministische Forschung, Bildung und Praxis aus München, das an der Schnittstelle von Kunst, Aktivismus und Wissenschaft im Digitalen und Analogen Räume für feministische Politik, Kultur und Debatte eröffnet und gestaltet. Organisatorisch ist das F*AMLab an die FAM – Frauenakademie München e.V. angebunden.

Dr. des. Alexandra Rau ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Empirische Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie der LMU München und beschäftigt sich seit vielen Jahren ethnographisch mit Altersarmut von Frauen. Sie forscht und lehrt zu den Themenfeldern Arbeit und Prekarität, affect studies, Soziale Ungleichheit  sowie Geschlechterforschung. In Kürze erscheint ihre Dissertation „Das Affektregime weiblicher Altersarmut. Zur subjektiven Verarbeitung von Prekarität“ als Monografie im Campus Verlag. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind außerdem das ethnographische Schreiben sowie die Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse durch künstlerische Formate wie das der Lecture Performance.

Dr. Isabel Klein ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der LMU München, wo sie 2021 mit einer Ethnografie zu der "prekären Intimität" in Kosmetikstudios promoviert hat. Nach dem Studium der Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und der New School for Social Research in New York, lehrt und forscht sie seit 2015 an der LMU München zu Arbeit und Geschlechterverhältnissen, Ungleichheit, Prekarität, Körpersoziologie und seit kurzem zu gesellschaftlichen Naturverhältnissen. Zuletzt sind von ihr erschienen: der Essay "Körper_arbeit/en" in "Kontingentale", einer soziologisch-kuratorischen Publikation des Kontingent Kollektivs München, die Monografie "Prekäre Intimität" bei Springer sowie der Artikel "Affekt, Arbeit, Körper. Ethnografische Einsichten in das affektive Körperwissen feminisierter Erwerbsarbeit" (gem. mit Käthe von Bose).

Dr. Miriam Gutekunst forscht und lehrt am Institut für Empirische Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie der LMU München. Ihr Arbeitsschwerpunkt sind Grenzziehungsprozesse in postmigrantischen Gesellschaften, wobei postkoloniale sowie geschlechtertheoretische Perspektiven einen Fokus bilden. 2018 erschien ihre Dissertation „Grenzüberschreitungen. Migration, Heirat und staatliche Regulierung im europäischen Grenzregime“ bei Transcript. Aktuell arbeitet sie an einem Forschungsprojekt zum Geschlechterwissen feministischer Initiativen, die sich gegen Phänomene wie FGM-C und ‚Zwangsheirat‘ engagieren. Außerdem beschäftigt sie sich mit der Praxis des Schreibens sowie mit Fragen und Herausforderungen engagierter Wissenschaft.

Michael Hirsch (*1966), Dr. phil. habil, ist Philosoph, Politikwissenschaftler und Kunsttheoretiker. Er lehrt Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Siegen und lebt als freier Autor in München. Er arbeitet regelmäßig für Rundfunk (Bayern 2, Deutschlandfunk, SWR 2), Zeitungen und Zeitschriften (u.a. Blätter für deutsche und internationale Politik, Der Freitag, Die Gazette, Jungle World, Oxi Blatt, Prager Frühling, Telepolis). 1997 war er Teilnehmer der documenta 10 als Mitglied der Jackson Pollock Bar (Theorieinstallationen). Buchveröffentlichungen (Auswahl): Kulturarbeit. Progressive Desillusionierung und professionelle Amateure (2022); Richtig falsch. Es gibt ein richtiges Leben im falschen (2019); Die Überwindung der Arbeitsgesellschaft. Eine politische Philosophie der Arbeit (2016); Logik der Unterscheidung. 10 Thesen zu Kunst und Politik (2015)

Reference project/s
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