INCOMPLETE READING GROUP

 

31.5.2022

format

Lesegruppe

termine

31.05.22, 18.30 Uhr, INCOMPLETE READING GROUP

26.04.22, 18:30 Uhr, INCOMPLETE READING GROUP
liest Sonia Mehra Chawla und Fahim Amir

29.03.22, 18.30 Uhr, INCOMPLETE READING GROUP
liest Heike Geißler

16.02.22, 18 Uhr, INCOMPLETE READING GROUP
liest Simone Weil, moderiert von Jan Erbelding in Kooperation mit den reading sessions im Programm von I Did Not See It Coming

25.01.22, 18:30 Uhr, INCOMPLETE READING GROUP
liest Melissa Broder und Lynne Tillman

20.12.21, 18.30 Uhr, INCOMPLETE READING GROUP
liest Donna J. Haraway und Paul B. Preciado

16.11.21, 18.30 Uhr, INCOMPLETE READING GROUP
liest Patricia Reed "The Valuation of Necessity", 2021

26.10.21, 19.30, INCOMPLETE READING GROUP
liest Octavia E. Butlers "Speech Sounds", 1983

lokal [vorne]

Jetzt geöffnet

Die INCOMPLETE READING GROUP möchte sich im Austausch in einem demokratischen Raum unterschiedlichen Texten und Textformen widmen, dabei über das einseitige Lesen hinauswachsen und vielperspektivisch aus das Geschriebene blicken. Die Lektüre der ausgewählten Texte wird empfohlen, ist aber nicht Voraussetzung für eine Teilnahme. Ausgedruckte Texte sind am Abend des Zusammenkommens verfügbar und Auszüge werden gemeinsam gelesen, um die offene Diskussion zu unterstützen. 

Die Lesegruppe trifft sich seit Oktober 2021 einmal im Monat im Lothringer 13 lokal. 
Wenn Sie teilnehmen möchten, schicken Sie uns eine Mail an projekt@lothringer13.com, damit wir Ihnen die Texte und zusätzliche Informationen zusenden können. Weitere Termine werden auf lothringer13.com und über Social Media bekannt gegeben. 
 

26. April 2022, 18:30 Uhr
INCOMPLETE READING GROUP 
liest Sonia Mehra Chawla und Fahim Amir
ab Juni 2022 präsentiert THE AGENCY in der Lothringer 13 Halle das Projekt  N U R T U R Æ L mit Arbeiten von Kanako Azuma, Sarah Doerfel, Nile Koetting und der Performance Performance SOLASTALGIA von THE AGENCY.  N U R T U R Æ L blickt in eine nicht allzu ferne Zukunft, in der die Prekarität des Überlebens für verschiedene Lebensformen einmal mehr spürbar wird. Wie könnte eine Poetik der Beziehungen mit der Erde erprobt werden, jenseits einer Zentrierung des Menschlichen oder des Lebendigen?

Diese Fragen aufgreifend möchten wir am Dienstag, 26. April, um 18.30 Uhr mit euch einen Auszug aus Fahim Amir „Schwein und Zeit. Tiere, Politik, Revolte“ lesen sowie den Essay “The Non-Human Touch. What Values Can Emerge from Ruined Landscape?” von Sonia Mehra Chawla.
Sonia Mehra Chawla (geboren 1977 in Kalkutta, Indien) studierte Bildende Kunst am College of Art der Delhi University. Sie arbeitet als Künstlerin, Fotografin und Forscherin und verfolgt einen interdisziplinären Ansatz. In ihrer Kunst untersucht sie vor allem die Themen Identität, Natur, Ökologie, Nachhaltigkeit und Umweltschutz. In ihrem Essay “The Non-Human Touch. What Values Can Emerge from Ruined Landscape?” aus dem Jahr 2020 betreibt sie künstlerische Forschung ausgehend von den Ruinen von Cramond Island, einem schottischen Verteidigungsstandort aus dem zweiten Weltkrieg. Im Fokus stehen dabei die vielfältigen Lebensformen, die die Gezeitenzonen bewohnen.
Fahim Amir (geboren 1978 im Iran) lebt als Philosoph und Künstler in Wien. Er lehrte an Universitäten und Kunsthochschulen in Europa und Lateinamerika und beschäftigt sich in seiner Arbeit mit den Übergängen von NaturKulturen und Urbanismus, Kunst, Performance und Utopie, kolonialer Historizität und Modernismus. „Nur ein Verrückter würde behaupten, Tiere seien politisch. Dieser Verrückte bin ich“, sagt Fahim Amir über sein Buch „Schwein und Zeit. Tiere, Politik, Revolte“, erschienen 2018 in der Edition Nautilus. Darin entwickelt er eine alternative Geschichtserzählung, in der Tiere von Romantisierung und Opferstatus befreit und zu wirkmächtigen politischen Akteuren werden.

 

vergangene Termine: 
26. Oktober 2021, 19:30 Uhr
INCOMPLETE READING GROUP 
liest Octavia E. Butler´s „Speech Sounds“, 1983
Octavia E. Butlers (1947-2006) erste Texte erschienen in den 1970er Jahren in Science-Fiction Anthologien. Die Autorin befasst sich in ihrem Werk mit der Apokalypse als Alltag, Koexistenz und Interpendenz sowie Technologien, die immer mit dem Anspruch einer gesellschaftlichen Entwicklung und der Überwindung von sozialen, kulturellen und ökonomischen Ungleichheiten einhergehen. In der Kurzgeschichte „Speech Sounds“ ist die Fähigkeit der Menschen zu kommunizieren aufgrund einer Pandemie eingeschränkt und wird durch den Blick der Protagonistin und Überlebenden Valerie Rye erzählt. 

16. Novembember 2021, 18:30 Uhr
INCOMPLETE READING GROUP
liest Auszüge aus Patricia Reeds Essay "The Valuation of Necessity", 2021
Als Reflexion über techno-soziale Konfiguration von Welt geht der Essay "The Valuation of Necessity" Fragen nach Koexistenz vor dem Hintergrund gegenwärtiger planetarischer Veränderungen nach. Ausgehend vom komplexen Konzept der Notwendigkeit als soziales Konstrukt, untersucht und hinterfragt Reed kosmologische Rahmenbedingungen und damit verbundene Bewertungssysteme, die auch über Nutzen und Missbrauch von Technologien bestimmen.  

Patricia Reed arbeite als Künstlerin, Autorin und Designerin in Berlin. Ihre jüngsten Texte erschienen in Pages Magazine, Glass Bead Journal, The New Normal, Construction Site for Possible Worlds, e-flux Journal, Making & Breaking, Para-Platforms sowie bei e-flux Architecture. Sie ist Mitverfasserin des Xenofeminist Manifesto (2015) des Kollektivs Laboria Cuboniks, das 2018 bei Verso Books neu aufgelegt wurde.

20. Dezember 2021, 18:30 Uhr
INCOMPLETE READING GROUP 
liest Donna Haraway und Paul B. Preciado

Donna Haraway ist eine US-amerikanische Professorin mit Forschungsschwerpunkten auf (Natur)Wissenschaftsgeschichte und Frauenforschung. In ihrem Text „Manifesto for Cyborgs: Science, Technology, and Socialist Feminism in the 1980’s“ entwirft sie unter anderem die Figur DER Cyborg, in der sie traditionsreiche Binaritäten wie Mensch versus Tier, Mensch versus Maschine sowie Mann versus Frau zum Einsturz bringt und dadurch neue Möglichkeitsräume öffnet.

Paul B. Preciado arbeitet als Autor, Theoretiker und Kurator. In seiner Auseinandersetzung mit Sexualpolitiken betrachtet Preciado Sexualität als Technologie und erarbeitet davon ausgehend Gegenentwürfe zu Gender/Geschlecht, sexuellen Praktiken sowie sexuellen Identitäten, dabei stellt sich Preciado vehement gegen das binäre Geschlechtersystem.

25. Januar 2022, 18:30 Uhr
INCOMPLETE READING GROUP 
liest Melissa Broder und Lynne Tillman
Lynne Tillman ist Autorin mehrerer Romane und Erzählungen sowie Kultur- und Kunstkritikerin. Ihre Kurzgeschichte „The Dead live longer“ erschien in der Frühjahrsausgabe 2021 des amerikanischen Magazins n+1. Darin erinnert sich eine Ich-Erzählerin an ihre ehemalige, mittlerweile verstorbene Freundin und deren schwierige Mutter-Tochter-Beziehung. 

Melissa Broder ist Lyrikerin und Autorin und wurde mit ihrem Twitter-Account „So Sad Today“ bekannt, aus dem ein Essayband entstand. 2021 erschien ihr zweiter Roman „Muttermilch“. Darin setzt sich die anorektische, nicht religiöse Jüdin Rachel eine Kontaktpause zu ihrer Mutter. Mütterliche Sehnsucht, die Rolle des Glaubens, Lust und Abhängigkeit erfahren in der Beziehung zu Miriam einen anderen Blick, und all die sicher geglaubte Kontrolle darüber gerät ins Wanken.

16. Februar 2022, 18 Uhr
INCOMPLETE READING GROUP 
liest Simone Weil, moderiert und mit einer Einführung von Jan Erbelding
in Kooperation mit den I Did Not See It Coming – reading sessions
Simone Weil (1909 – 1943) war Philosophin, Dozentin und Lehrerin sowie Sozialrevolutionärin. Sie war politisch
und sozial engagiert, zunächst als agnostisch orientierte Gewerkschafterin und gleichwohl Kritikerin des Marxismus, später
entwickelte sie sich zu einer bekannten Mystikerin. Die Einheit von Politik und Religion gab sie niemals auf. Das Leben betrachtete sie
als eine Suche nach dem Absoluten. Ihre Texte "Die Person und das Heilige" und "Studie für eine Erklärung der Pflichten gegen das menschliche Wesen" befassen sich mit Recht, Gerechtigkeit, Unterdrückung, der Schönheit und dem Bereich des „Unpersönlichen“.

29. März 2022, 18.30 Uhr
INCOMPLETE READING GROUP 
liest Auszüge aus Heike Geißlers „Die Woche“
Einem größeren Publikum bekannt wurde Heike Geißler, geboren 1977 in Riesa, mit ihrem Reportage-Roman „Saisonarbeit“ (Spector Books, 2014), in dem sie von einem Ferienjob bei Amazon erzählt.

In ihrem Roman „Die Woche“ geht es um eine ungewöhnliche Woche in Leipzig, die nur aus Montagen besteht. Der Text, der immer wieder in der „Wir“-Form geschrieben ist, formuliert Widerstand und führt gleichzeitig (sprachlich) dessen Schwierigkeiten auf. Hier wird sehr präzise auf den Punkt gebracht, warum „uns“ der Widerstand so schwerfällt: Aufgewachsen mit dem Aufstiegs- und Befreiungsversprechen der 90er Jahre – gerade auch für Frauen, à la Du kannst alles haben, Kinder und Karriere und eine funktionierende Beziehung, Demokratie als Selbstverständlichkeit, irgendwann (Wohn-)Eigentum, tolle Urlaube, einen super Körper obendrauf – befinden wir uns bereits längst in einer Abstiegsgesellschaft.


 

Referenz Projekt/e
Helin Alas, Bik Van der Pol, Viltė Bražiūnaitė & Tomas Sinkevičius, Barbara Kapusta, Robert Keil, Judith Neunhäuserer, Nina Radelfahr
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Ab dem 9. Juni 2022 präsentiert THE AGENCY in der Lothringer 13 Halle die Ausstellung N U R T U R Æ L mit Arbeiten von Kanako Azuma, Sarah Doerfel, Nile Koetting und THE AGENCY.
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