MIMETIC BODIES – Ein Performance- und Ausstellungsprojekt von Lena Grossmann

 

28.7.—21.8.2022

format

ausstellung, performance

termine

28.07.22, 16.00–17.00 Uhr, Performance

28.07.22, 17.30–18.30 Uhr, Performance

28.07.22, 19.00–20.00 Uhr, Performance

28.07.22, 20.00 Uhr, MIMETIC BODIES Eröffnung
Mit einer Einführung zu Mimesis von Maria Muhle, Professorin für Philosophie & Ästhetische Theorie an der Kunstakademie München

29.07.22, 16.00–17.00 Uhr, Performance

29.07.22, 17.30–18.30 Uhr, Performance

29.07.22, 19.00–20.00 Uhr, Performance

30.07.22, 14.00–15.00 Uhr, Performance

30.07.22, 15.30–16.30 Uhr, Performance

30.07.22, 18.30–19.30Uhr, Performance

30.07.22, 20.00–21.00 Uhr, Performance
Begrenzte Teilnehmendenzahl: 7 Personen pro Performance Slot. Anmeldung bitte unter Link im Text. Bitte beachten: Besuchende sind dazu eingeladen die Performance aus einer teilhabenden Perspektive zu erleben. Das Publikum geht und steht während der Performance, keine Sitzmöglichkeiten vorhanden.

Halle

Now closed

11:00–19:00 h

„Mit jeder Aufführung verwandelt sich die Partitur [Score] in die liveness der Performance, und umgekehrt behält die Partitur das Potenzial all dieser zukünftigen und vergangenen Aufführungen.” *

Lena Grossmann befasst sich in ihrem partizipativen Projekt MIMETIC BODIES mit unserem alltäglichen Körpersprachvermögen. Sie interessiert sich für körperliche Gesten, ihre Lesarten und ihre Beziehungen zueinander. Gemeinsam mit einem Team von Performer*innen und Künstler*innen untersucht die Choreographin und bildende Künstlerin hierfür mimetische Bewegungsstrategien in unterschiedlichen Kontexten, die in eine partizipative Installation in der Lothringer 13 Halle münden.

Ab dem 28. Juli 2022 entsteht eine raumspezifische Installation mit Live-Performances am 28., 29. und 30. Juli. Während der Eröffnung am 28.7. ab 20 Uhr finden keine Performances statt.

Wie strukturieren wir mittels kollektivem Körpersprachvermögen unsere zwischenkörperlichen, sozialen, öffentlichen aber auch privaten Räume? Welcher Verhaltensweisen und Codes bedienen wir uns ganz selbstverständlich? Auf welche Weise nehmen wir die Bewegungen in unsere Umgebung auf und ahmen sie nach?
Welche körperlichen Reaktionen produziert das Nachgeahmt-Werden? Wird mimetisches Verhalten erst dann sichtbar, wenn dieses nicht exakt identisch, sondern vielmehr als „Idee der Bewegung“ nachvollzogen wird?

Ausgehend von Fragen nach einem kollektiven Körpersprachvermögen werden mimetische Bewegungsstrategien untersucht und sichtbar gemacht. Innerhalb der Performance durchläuft und erlebt jeweils eine kleine Gruppe an Besucher*innen gemeinsam mit den Performer*innen Szenen und Sequenzen, die diese Bewegungsstrategien umschreiben, kommentieren und befragen. Zwischenkörperliche Handlungen, Gruppenbildung, Momente von Isolation und Zusammengehörigkeit, Nachempfindung, oder auch symbiotisches Verhalten stehen im Fokus der Performance. Das Zusammenspiel von Betrachten und Betrachtet-werden moduliert beständig den Prozess. Die Performance bewegt sich zwischen Abstraktion und konkreter Verkörperung, sodass die Grenzen zwischen künstlich erzeugter und spontan entstehender Situation verschwimmen. Besuchende sind dazu eingeladen die Performance aus einer teilhabenden Perspektive zu erleben.

Zu den Performances wird eine Bewegungsnotation in Form einer Bodengrafik angelegt, die sich über die gesamte Fläche der Lothringer 13 Halle erstreckt. Diese Ausformulierung auf dem Boden ist instruktiv angelegt. Das grafische Feld bildet eine situative Struktur, die die entwickelten tänzerischen Szenen andeutet und so zu einem Score für die verschiedene Bewegungseinheiten der Performer*innen wird. Gleichzeitig ermöglicht es den Besucher*innen in den Öffnungstagen nach den geleiteten Performances eine Navigation durch den Raum.
Die performative Installation wird so auf zweifache Weise für Besucher*innen erfahrbar und arbeitet bewusst mit den Möglichkeiten des Ausstellungsraums, der auch über die Performances hinaus für Publikum zugänglich bleibt.

Künstlerische Leitung, Choreographie, Grafik:
Lena Grossmann

Performer*innen, künstlerische Mitarbeit:
Estefanía Álvarez Ramírez
Yurika Sophie Yamamoto

Performer*innen:
Alina Walter
Aurora Bonetti
Quindell Orton

Künstlerische Mitarbeit, Konzeption, Kostüm:
Annabell Lachner

Licht:
Charlotte Marr

Grafische Umsetzung:
Birgit Henne

Produktionsleitung:
Alina Götzlich



Hintergrund des Projekts

Mit der Arbeit MIMETIC PRACTICE entwickelte Lena Grossmann im Februar 2022 einen partizipativen Raum in der Akademie der Bildenden Künste München, in dem Besucher*innen selbst in Aktion treten konnten und unterschiedliche Nachahmungsformen erfuhren.
In MIMETIC BODIES IN PUBLIC SPACE, einer Forschungsresidenz an den Münchner Kammerspielen im Rahmen von “What is the city?”, wurde öffentliche Körperlichkeit an verschiedenen öffentlichen Orten in München mittels teilhabender Beobachtung untersucht. Hierbei stand im Fokus, wie sich in Zeiten von "social distancing" Körper neu organisieren und sich kollektive, aber auch individuelle Distanzbedürfn
isse ausbilden.
Während einer Residenz im Schwere Reiter München wird das gesammelte Material aus dem öffentlichen Raum weiterentwickelt, abstrahiert und zu konkreten Szenen verdichtet. Diese sind Grundlage für die Performance MIMETIC BODIES in der Lothringer13 Halle.

Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ - STEPPING OUT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz.

* Zitat: Hendrik Folkerts: Der Partitur nach. Notation, Verkörperung und liveness. In: Quinn Latimer, Adam Szymczyk: South Magazine Issue #7 [documenta 14 #2]

Referenz Projekt/e
Mit THE AGENCY, Miriam Althammer, Jeremiah Day, Judith Engel, Lena Grossmann, Hanne König, Kirsten Maar, Felix Stenger, u.a. Mit Akteur*innen aus Theater, Tanz, Wissenschaft & Kunst fragen wir nach der Aktualität von und den Erwartungen an performative Praktiken in Ausstellungskontexten.
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