EXHAUSTER

 

26.2.—2.5.2021

format

ausstellung, workshop
Halle

Jetzt geöffnet

Samstag, 11:00–19:00 h

protagonist*innen

Alice Peragine Künstler*in

EXHAUSTER
A construction site-specific installation from the carbon-induced confusion series

Im Zentrum von Alice Peragines künstlerischer Arbeit steht das ambivalente Verhältnis zwischen Technologie und Körper. In ihren Rauminstallationen, Videos und Performances untersucht sie auf poetische Weise die Abhängigkeitsverhältnisse zwischen technischen Entwicklungen und ihren ökologischen sowie sozialen Folgen. Peragines Interesse gilt dabei insbesondere Materialien und Medien, deren Eigenschaften und Funktionen in direkter Beziehung zum menschlichen Körper stehen, wie Schutzkleidung, medizinische Applikationen und smarte Technologien.

Die für die Lothringer 13 Halle – eine ehemaligen Motorenschleiferei – entwickelte Ausstellung EXHAUSTER verhandelt Austauschprozesse zwischen Körpern und Technologie entlang der allgegenwärtigen Nutzung des fossilen Rohstoffs Erdöl. Thematischer Ausgangspunkt ist das Automobil, das Peragine als Gehäuse des Körpers versteht und als Kulminationspunkt, um nach der Dialektik von Abhängigkeiten und Autonomie zu fragen. In der Ausstellungshalle kombiniert sie Video-Arbeiten mit Planen und Objekten aus Asphalt, Kabelage, Gurten, Kinesiotape und Schläuchen zu einer immersiven, raumgreifenden Installation zwischen Baustelle, kontaminiertem Sicherheitsbereich und Science-fiction-Höhle. 

Es entsteht eine Kontaktzone von Organismus, Materie und Maschine, in der Verletzlichkeit und Verbrauch seziert und mögliche Konstellationen (post)humaner Szenarien erprobt werden. Alice Peragines Untersuchung setzt in einer Zeit ein, in der schon lange ein Ende des fossilen Kapitalismus konstatiert wird, inzwischen aber auch eine Erschöpfung von Mensch und Umwelt in ihren gegenwärtigen Verfassungen. Mit EXHAUSTER geht Peragine von der Ebene individueller Erfahrung und körperlicher Verfassung aus und zielt auf die Verstricktheit jeder*s Einzelne*n in globale Aus- und Erschöpfungsprozesse. Die Kontaktzonen bieten Raum für Spekulation über Transformationsprozesse technischer Komponenten und organischer Strukturen, aber auch über die Möglichkeit neuer teilhabender und fürsorgender Verbindungen jenseits (hetero)normativer Körperpolitiken.