BUCHPRÄSENTATION STEFAN BURGER

08.03.19 / 19:00h / 7:00pm

Anlässlich des neusten Buchs von Stefan Burger wir der Rroom zur Bar, mit fünf römischen Sträussen und ausgewählten Scarlatti-Sonaten

Burgers Arbeiten, die 2017 für seine Ausstellung in der Kunsthalle Bern entstanden sind, rühren von seinem andauernden Interesse am Zauber des pflanzlichen Objekts. In manchen Fotografien zeigt sich eine erstaunliche Tiefe. Es ist eine Tiefe, die immer auch täuscht. Denn es scheint sich auch um beinah magische Oberflächen zu handeln. Flache Tiefen, die sich einer Versprachlichung zwar nicht unmittelbar widersetzen, an denen diese aber immer wieder abgleitet; es lässt sich beschreiben, wie etwa eine noch so kärgliche Pflanzenranke als ein Gegenüber auftritt oder wie berückend manche Licht- oder Glanzerscheinungen in den Bildern sind; es liesse sich auch über die chromatischen Auren, die durch chemische Prozesse erzeugten Stimmungen sprechen. Doch der Versuch der Versprachlichung formaler Erscheinungsformen, der Versuch, das Material in Sprache zu übertragen, stösst an Grenzen. Denn was vermag die Sprache der Intensität dieser Bilder hinzuzufügen? Ihre Wirkungskraft beruht auf etwas, das sich jenseits von Text und äusserlichem Inhalt auffächert und sich allein in der Lust der Betrachtung entfalten kann. Dennoch führen die Bilder auch von sich selbst weg. Ihre Selbstbezüglichkeit kippt und verschränkt sich mit anderen Wirklichkeiten. Die Bilder sind alles andere als gefällig, aber sie bergen die Möglichkeit von Schönheit, indem sie sich für die Einmaligkeit von etwas öffnen, das ist – einer Pflanze, dem Licht. Sie versuchen die Wirklichkeit zu durchdringen, indem sie aus der Sinnlichkeit schöpfen, um in der Gestalt des Kunstwerks zurückzukehren.

Stefan Burger
Herausgegeben von Kunsthalle Bern, Valérie Knoll, Geraldine Tedder